Ernte

<Kaffeewissen (1/1) >

Ernte

Kaffee kann ganzjährig geerntet werden. Jedoch hängen die Erntezeiten vom Anbaugebiet ab. Während in Äquator nahen Anbaugebieten in allen Jahreszeiten geerntet werden kann, wird nördlich des Äquators in der Zeit von Juli bis Dezember und südlich des Äquators von April bis August geerntet. Die Dauer der Ernte kann bis zu 12 Wochen betragen. Denn selbst am selben Strauch reifen die Kirschen unterschiedlich lange. Bei der Erntemethoden wird zwischen Picking, Stripping, maschineller Ernte, Spätlese und Selective Pick unterschieden.
Picking
Das Picking – oder die Hand-Pflückung – ist das teuerste und edelste Ernteverfahren und wird fast nur noch für Premium-Kaffeeröstungen eingesetzt. Diese Methode ist äußerst zeit- und arbeitsintensiv, da ausschließlich reife Kirschen von Hand gepflückt werden. Die unterschiedlichen Reifezeiten der Kirschen machen es notwendig, das selektive Pflücken von Hand alle 8 bis 10 Tage zu wiederholen. Im letzten Erntegang trennen die Pflücker die reifen Kirschen von den überreifen Kirschen, die nun auch vom Baum gepflückt werden müssen. Nach dem Picking werden die Bohnen erneut von Hand verlesen, damit nur die Bohnen verarbeitet werden, die den idealen Reifezustand haben. Das Ergebnis ist eine homogene Ernte für höchste Kaffeequalität.
Stripping
Das Stripping – oder das Abstreifen – ist eine schnelle und erheblich kostengünstigere Erntemethode. Zum optimalen Zeitpunkt, also wenn sich möglichst viele reife Kirschen an der Kaffeepflanze befinden, werden die Äste von Hand abgestreift. Dabei wird nicht auf den Reifezustand der einzelnen Kirschen geachtet. Die abgestreiften Kirschen fallen zusammen mit Blättern und kleineren Verästelungen auf ein Leintuch am Boden. Von dort werden die Blätter und Ästchen von Hand heraussortiert und die Kaffeebohnen danach in Säcke abgefüllt. Es werden teilweise auch schon Geräte zu Hilfe genommen, die ähnlich einem Kann die Kaffeekirschen ernten. Allerdings besteht dabei die Gefahr, dass die Kaffeepflanze dabei Schaden nimmt und somit einen Ernteausfall zur Folge hat.
Maschinell
Bei der maschinellen Ernte werden auf großen Plantagen schwere Erntemaschinen eingesetzt. Vorraussetzung dafür ist jedoch ein flaches Erntegebiet und ein größerer Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen. Die Erntemaschinen schütteln die Kaffeekirschen mittels Vibration von der Kaffeepflanze und werfen sie auf ein Transportband, welches sie ins Innere der Maschine befördert. Diese Methode ist schnell, preisgünstig und garantiert eine Unabhängigkeit von den Erntehelfern. Doch kann kein gleichmäßiges Ernteergebnis erzielt werden und die Kaffeepflanze nimmt Schaden. In der Nachbereitung müssen die Kirschen sorgfältig weiterverarbeitet werden: Die Reifestadien müssen unterschieden und schadhafte Kirschen müssen aussortiert werden. Aufgrund der Nachbereitung können und werden diese Maschinen sowohl bei der Massenproduktion als auch bei höchsten Qualitätsansprüchen eingesetzt.
Spätlese
Bei der Spätlese – oder auch late harvest – werden bewusst Geschmacksveränderungen herbeigeführt. Die Kirschen werden nach dem optimalen Reifezustand an der Kaffeepflanze belassen. Dadurch wird die Kaffeekirsche von einer erwünschten Edelfäule befallen, die der Kaffeebohne eine gewisse Süße verleiht.
Selective Pick
Die Selective Pick ist eine äußerst seltene und sehr besondere Erntemethode. Verschiedene Vertreter der Tierwelt – z.B. der Vogel Jacu oder die Schleichkatze – fressen die reifsten Kaffeekirschen. Da jedoch nur das Fruchtfleisch verdaut werden kann, scheiden sie die Bohnen wieder aus. Im Darm der Schleichkatze werden die Bohnen durch spezielle Enzyme nassfermentiert und so ihre Geschmackseigenschaften verändert. Der besondere Geschmack dieses Kaffees liegt jedoch eher in der „persönlichen Mischung“ des Tieres begründet. Denn sie fressen nicht die Kirschen von nur einer Kaffeepflanze, sondern bedienen sich an verschiedenen Pflanzen, die sozusagen ihren persönlichen Geschmack treffen. Die Exkremente werden von Plantagenmitarbeitern eingesammelt und zur Weiterverarbeitung gebracht. Der Aufwand und die Extravaganz dieses Kaffees machen ihn zum teuersten Kaffe überhaupt mit Preisen von bis zu 1.200 Euro pro Kilo.

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